Beziehungen wurden in den letzten Wochen neu gelebt und vieles hat sich verändert – bewusst oder unbewusst. Dabei entstand eine «soziale Schuld», welche wieder eingelöst werden soll.

Eckdaten: 13. – 17. Juli (ganztags) auf dem Herzberg im Kanton Aargau, Anmeldungen bis am 06.07.2020 via https://www.okaj.ch/angebote/veranstaltungen/offene-und-kirchliche-jugendarbeit/anmeldung-summerlab

SummerLAB: Beziehung – die Grundlage für Kooperation, Zusammenarbeit und non-formale Bildung

Das SummerLAB ermöglicht die Schärfung der eigenen Wahrnehmung in Bezug auf Kooperationen, die Überprüfung der eigenen Rolle als Führungs- oder Beratungsperson und es hilft dabei, verborgene Gruppenthemen besser zu erkennen und zu lösen.

Das 5-tägige gruppendynamische SummerLAB richtet sich an Fachpersonen der Kinder- und Jugendförderung, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit.

Inhalt

Gerade in Zeiten von Covid-19, Home Office und digitaler Zusammenarbeit verdienen Begriffe wie Beziehung und Kooperation besonders hohe Aufmerksamkeit. Durch die Verlagerung der Zusammenarbeit in digitale Räume fällt ein Grossteil der unmittelbaren Auseinandersetzung im Team, in Projektprozessen oder mit der Zielgruppe weg, und das Mass an Diffusität wird erhöht und die Unsicherheit steigt. Heikle zwischenmenschliche Themen werden in Zeiten von Home Office während der Corona-Krise oftmals aufgeschoben oder stillschweigend akzeptiert mit der Hoffnung, diese lösten sich von alleine auf. Dabei entsteht eine soziale Schuld und mit ihr häufig unausgesprochene Erwartungen. Die soziale Schuld will bei der Rückkehr in die „Normalität“ eingelöst werden. Sprich, viele grössere, kleinere, schwierigere oder scheinbar banale Themen der Zusammenarbeit oder der Arbeit mit der Klientel werden aktuell verlagert und irgendwann wieder auftauchen, um geklärt zu werden.

Soziales Kapital, also das entstandene Beziehungsgeflecht in all seinen Facetten, beeinflusst massgeblich die Zusammenarbeit und Kooperation. Überall wo Jugendliche im Fokus stehen, ist Beziehung ein wichtiger Grundstein des professionelle Handelns und der Bildungsarbeit – sowohl im formalen als auch im non-formalen Bereich. Ebenso ist sie überall von grosser Bedeutung, wo Mitarbeiter*innen, Entscheidungsträger*innen, Projektpartner*innen, Partnerorganisationen und Fachstellen miteinander kooperieren.

Als Fach-, Führungs- oder Beratungsperson sehen Sie sich täglich mit einer Vielfalt an Beziehungsformen, unterschiedlichen Themen und verschiedenen Interessen konfrontiert. In dieser Komplexität vertrauensvolle Kooperationen zu ermöglichen ist keine Selbstverständlichkeit. In diesem SummerLAB schärfen Sie als Fachpersonen die Wahrnehmung für die Vielfalt an Beziehungen, Rollen und Dynamiken und sensibilisieren sich auf das Erkennen teilweise unbewusster Reaktionsmuster. Sie erkennen Faktoren, die das Zusammenspiel von Menschen massgeblich hemmen können und sind in der Lage, gezielt Voraussetzungen für förderliche Kommunikation zu schaffen. Durch reflektierte Prozesse erarbeiten Sie sich Sicherheit in Ihrer Rollenflexibilität und erschaffen so weitere Handlungsspielräume für Ihr professionelles Handeln. Sie lernen, sich in von Unsicherheit geprägten Spannungsfeldern zielorientiert zu bewegen und stärken Ihre Handlungskompetenz im Umgang mit ambivalenten Situationen.

Das SummerLAB ist ein 5-tägiges gruppendynamisches Training in Vollklausur, welches als klassisches T-Gruppen-Training 1947 unter Kurt Lewin entwickelt wurde. Es stärkt die Kompetenzen, die in professionellen Beziehungen besonders wichtig sind: Partizipation, Selbststeuerung und Umgang mit Vertrauen.

Ziel

  • Sie erhöhen Ihre Handlungsfähigkeit in komplexen und schwierigen Situationen.
  • Durch Selbstbeobachtung und Feedback gestalten und fördern Sie Ihr professionelles Handeln.
  • Sie erweitern Ihre Spontanität und Rollenflexibilität.
  • Durch das Erkennen eigener Verhaltensmuster gewinnen Sie an Handlungssicherheit, erhöhen Ihre Konfliktfähigkeit und erweitern Ihren Blick auf Beziehungen.

Zielpublikum

Fachpersonen der Kinder- und Jugendförderung, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit

Kosten

Die aufgeführten Kosten entsprechen den Gesamtkosten des Kurses von CHF 900 für den Kurs plus CHF 500 für Übernachtung und Verpflegung. Die Übernahme der Kurskosten durch eine Stiftung ist in Abklärung, wir informieren so bald wie möglich.

Kursleitung

Philipp Gemperle, Schulsozialarbeit Stadt Olten
(Trainer für Gruppendynamik u.S. und Gruppendynamischer Leiter DGGO, Kulturmanager Uni Basel, Soziale Arbeit FH)

Christoph Vecko, okaj zürich – Kantonale Kinder- und Jugendförderung
(Trainer für Gruppendynamik u.S. und Gruppendynamischer Leiter DGGO, Sozialpädagoge, MAS Change und Organisationsdynamik, Supervisor, Coach und Organisationsberater – BSO)

Anmeldung und Auskunft

Anmeldefrist: 6. Juli 2020

Weitere Informationen: Christoph Vecko, hc.jako@okcev.hpotsirhc

Veranstalter

okaj zürich – Kantonale Kinder- und Jugendförderung mit Unterstützung der FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz und des DOJ – Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz